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Christoph Oppermann / Medienblog

Schlagwort: Redaktion (Seite 2 von 3)

WhatsApp im Redaktionseinsatz

Seit Sommer 2014 entdecken immer mehr Redaktionen WhatsApp als zusätzlichen Kanal zur Verbreitung von Nachrichten. In Deutschland starten gleichsam in Wochenintervallen Zeitungsredaktionen diesen neuen Service.
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Kress: Paywall-Bilanz der Regionalverlage

Kress.de, 2.5.2014: Die Paywall-Bilanz der Regionalverlage: „Wir ertrinken nicht im Geld“

… Patrick Wölke, Geschäftsführer von DuMont Net: „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Strukturen und Prozesse im Hintergrund radikal zu verändern. Wir verkaufen komplexe digitale Produkte. Von Upselling über Reporting bis zum Kundenservice: Wir müssen das ganze Haus umdrehen, wenn wir ein solches Premiumprodukt am Markt erfolgreich platzieren und permanent aussteuern wollen“, sagt Wölke. …

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Der lesenswerteste Ansatz in diesem kurzen Beitrag ist noch der von Patrick Wölke. Solange Verlage und deren Redaktionen ihre Angebote nicht grundsätzlich ändern und erweitern, wird’s – vorsichtig formuliert – schwierig, digitalisierte Tageszeitungen zu verkaufen. Wenn das analoge Original schon immer schwieriger abzusetzen ist, wird sich die Branche für den Online-Weg schon andere Angebote überlegen müssen, um nennenswerte Erlöse zu erzielen.

 

 

Digitaltools für Medienmenschen

ⓒ Christoph Oppermann

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Eine kleine, ständig aktualisierte Zusammenstellung der gängigsten und derzeit nötigsten Social-Media-Tools und anderer digitaler Anwendungen für Journalisten und Redaktion. Verfügbar ist diese Zusammenstellung als Storify (s.u.) und als Flipboard-Magazin.

Fehlt etwas? Einfach eine E-Mail schicken.

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Der Umgang mit dem Shitstorm

Früher oder später trifft’s jede Redaktion einmal: das große Maß an Empörung, das im Digital-Deutsch „Shitstorm“ heißt. W&V hat drei Shitstorm-Typen beschrieben, die in diesem Jahr auftreten können. Dazu gibt’s ein paar Statements, wie Redaktionen mit den geballten Unmutsäußerungen umgehen können.

Ausblick statt Rückschau: Mehr Trennschärfe, mehr Kompetenz, mehr Mut in den Redaktionen

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Keine Sorge, kein zusätzlicher Rückblick. Nur ein paar Wünsche an die Kolleginnen und Kollegen in der Medienbranche zu den Debatten im nächsten Jahr.

Mehr Trennschärfe
Die Zukunft der Tageszeitungen ist nicht erst mit der von Cordt Schnibben angeschobenen Debatte Streitthema in der Branche gewesen, aber „tag2020“ hat ein paar Stärken und Schwächen der Diskussion und der gesamte Branche offensichtlich werden lassen – allein dafür muss man dem SPIEGEL-Kollegen schon dankbar sein: Auffällig ist, dass praktisch kein Kostenverantwortlicher – kein Verleger, kein Geschäftsführer – sich aktiv an der branchenöffentlichen Diskussion beteiligt. Das mag eine Ursache dafür sein, dass dabei gelegentlich die Ebenen durcheinander geraten – Erlösmodelle und die Zukunft des Journalismus. Das sauberer zu trennen, könnte uns einen Schritt voranbringen. Aber auch der Umstand, dass sich Journalisten inzwischen Gedanken darüber machen, ob und wie die von ihnen erarbeiteten Inhalte gegen Entgelt an die Kunden gebracht werden können, lässt sich bereits als Erfolg werten.

Mehr Kompetenz
10 Social Media Marketing Trends in 2014“ ist ein Beitrag im Talkwalker-Blog (Danke für den Link, Lucia Dettmer) überschrieben, dessen Inhalt eigentlich jedem in jeder durchschnittlichen Zeitungsredaktion etwas sagen müsste. Ist aber ganz sicher nicht so, und das ist ein wesentliches Problem unserer Branche und auch in der Debatte um die Zukunft der Tageszeitungen. Dabei geht es hierbei „nur“ im Hintergrundwissen. Auch für den Kunden sichtbares Handwerkszeug ist den meisten noch ziemlich fremd. Zwar haben beispielsweise in diesem Jahr einige – vor allem größere – Redaktionen begonnen, das Tool Storify zu nutzen, tatsächlich ist die Entwicklung aber schon weiter vorangeschritten – der WDR hat dafür mit „Pop auf’m Dorf“ ein schönes Beispiel geliefert. Es geht nicht darum, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern darum, was unsere Kunden wie wahrnehmen. Die meisten Redaktionen scheinen den Anschluss wirklich zu verpassen und nicht nur den technischen Abstand aufgegeben zu haben, der sich in analogen Zeiten in unserem Informationsvorsprung von gefühlt einem Tag ausdrückte, sondern auch hinter die technischen Kenntnisse der eigenen Kunden und Nutzer zurückzufallen. Schön schreiben allein wird nicht reichen.

Mehr Mut
Die Branche ist in einer Krise, das Geld kommt nicht aus der Steckdose, Qualitätsjournalismus kostet – wir kennen alle diese langweiligen und langweilenden Phrasen aus allen Lagern unseres Gewerbes. Damit kann man sich auf Wunsch und bei Bedarf jeden noch so hellen Tag verdüstern. Alternative: Die lesenswerte Sammlung guter Ansätze, die Karsten Lohmeyer auf LousyPennies.de veröffentlicht. Mehr von dieser Grundhaltung in unserem Gewerbe wäre nicht schädlich.

Digital-Werkzeuge: Kleines Besteck für Zeitungsmenschen

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Übersichten über digitale Tools, die jeder Journalist beherrschen sollte, gibt es bereits einige. Jetzt kommt noch eine Liste hinzu. Aufgeführt werden hier allerdings nur Tools, die ich für die alltägliche Arbeit in einer Lokalredaktion und jedes einzelnen Kollegen für unabdingbar halte. 

Damit ist diese Liste selbstverständlich leicht angreifbar, aber die Realitäten in den Redaktionen mit Blick auf den Kenntnisstand der einzelnen Kollegen unterscheiden sich erheblich von dem, was sich „echte“ Onliner gelegentlich vorstellen. Hier geht es um Notwendigkeiten und tägliche Anwendung. Da die meisten Tools unter der Flagge „social media“ segeln, ist eine Unterscheidung nach Werkzeugen, die der Recherche dienen, und solchen, die zur Verbreitung von Inhalten gedacht sind, nur schwer möglich. Es bleibt also bei einer Kategorie und einer Liste. Eine größere Übersicht über die Vorschläge von Kollegen, welche Tools zum Einsatz kommen sollten, gibt es hier.

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FLIPBOARD: Gehört auf jedes mobile Endgerät. Flipboard ist gleichermaßen hervorragend zur Sammlung wie zur Verbreitung von Inhalten konzipiert. Nach eigener Interessenlage lassen sich hier leicht eigene Nachrichtenkanäle konfigurieren, und die daraus gewonnen Informationen sind auch leicht wieder an die eigenen Freunde, Fans und Follower zu verteilen. Einrichtung und Sharing sind hier tatsächlich ein Kinderspiel, und dazu kommt die wirklich zeitgemäße Optik: Digitalmagazin statt digitalisierter Inhalte. Weitere Pluspunkte: Flipboard funktioniert auf Apple- und Android-Geräten, ist darüber hinaus als App und in der Nutzung kostenlos. Icing on the cake: Auf Flipboard lassen sich auch leicht eigene Digitalmagazine herstellen. Ein zusätzlicher, außerdem optisch reizvoller Vertriebsweg, um die eigenen Inhalte, die für Print ohnehin schon gefertigt sind, an den Mann oder die Frau zu bringen. Flipboard-Magazine: Das MedienMagazin. Die Schaumburger Nachrichten als Digitalmagazin.

FACEBOOK: Man kann es sehen wie Günter Grass: „Facebook ist Sch…dreck.“ Derzeit sicherlich eine der am weitesten verbreiteten Varianten, freie Zeit zu vertun (Facebook nutzen, nicht die Welt mit Grass-Augen sehen), aber wer Inhalte unters (Lese-)Volk bringen will, kommt am Zuckerberg-Monster nicht vorbei. Richtig eingesetzt bringt es nicht nur zusätzliche Klicks auf der eigenen Nachrichtenseite, sondern auch Hinweise der Follower / Leser auf aktuelle Themen. Fanclub-Vorsitzender von Facebook werde ich sicher nicht mehr, aber eine Frage beschäftigt mich doch gelegentlich: Was haben gerade Medienleute gegen Facebook und die Neigung dieses Unternehmens, Kundendaten zu sammeln? Einfach mal mit der eigenen Vertriebsabteilung darüber sprechen… . Problem von und bei Facebook: Offenbar kippt gerade bei Jugendlichen der Trend, sich auf dieser Plattform zu äußern. Offenbar ist eine Community dann für junge Menschen nicht mehr angesagt, wenn sich die eigene Elterngeneration dort tummelt. Nachvollziehbar. Bis das allerdings zum echten Problem für Zeitungshäuser in Deutschland wird, dauert es wohl noch etwas. Die SN bei Facebook.

TWITTER: Wer wissen will, was die eigenen Kunden denken, braucht einen Facebook-Account. Wen interessiert, was in der Medienbranche vor sich geht und welches Thema gerade angesagt ist, sieht besser bei Twitter nach. Anfangs als URL-Schleuder verpönt, hat sich Twitter zum einem hervorragenden Tool zur Recherche und Verbreitung von Informationen und Standpunkten innerhalb der Medienbranche entwickelt. Einfach bei aktuellen Themenlagen auf einem Bildschirm eine entsprechende Twitterabfrage laufen lassen – bei der Bundestagswahl im September ’13 hat Twitter in unserer kleinen Redaktion sehr geholfen, weil über den Kurznachrichtendienst die FDP-Zitterpartie mit bekanntem Ausgang viel früher wahrnehmbar war als über die bezahlten Agenturleistungen und -leitungen.

WORDPRESS: Freie müssen sich selbst vermarkten, formulieren inzwischen sogar Journalistengewerkschaften. Plattform dafür kann ein Blog auf WordPress sein. In der Grundfunktion kostenlos und schnell eingerichtet. Dort lässt sich auch die Verbreitung der eigenen Inhalte leicht und rasch bewerkstelligen. Die Veröffentlichung neuer Beiträge über die eigenen Social-Media-Accounts ist unproblematisch mit einmaligen Einstellungen zu automatisieren.

TUMBLR: Wem WordPress zu mächtig ist, findet bei Tumblr eine brauchbare, kostenlose Alternative. Anzusiedeln zwischen dem Microblogging auf Twitter und der extended version auf WordPress, bietet Tumblr leicht einzurichtende Blogs, die gegebenenfalls auch schnell wieder löschbar sind. Allerdings erfordert hier die Verbreitung der Inhalte auf anderen Social-Media-Kanälen noch etwas mehr Handarbeit. Dennoch eine interessante Lösung, die sich auch leicht von mobilen Endgeräten aus bedienen lässt.

STORIFY: Hört man Onlinern zu, geht es fast nicht mehr um Nachrichten, Storytelling ist das Zauberwort – und in vielen Bereichen liegt das tatsächlich nahe. Wer mehr bieten will als digitalisierte Nachrichten, kommt an dieser Form kuratierter Inhalte nicht vorbei. Storify bietet hierzu ein kostenloses, leicht bedienbares Tool, das sehenswerte Mischungen aus Nachrichtenlinks und Äußerungen aus den sozialen Netzwerken schaffen kann. Wie auf einer Micorsite lassen sich in einem solchen Dokument leicht sehr unterschiedliche Darstellungsformen zu einem vorzeigbaren Ergebnis komponieren, das auch eine eigene Dramaturgie erzeugt. Beispiel dafür hier.

THINGLINK: Ähnlich wie Storify ist eine ThingLink-Grafik die Chance, die Leser / Nutzer / Kunden einmal richtig nett zu überraschen. Grundlage ist ein Foto oder eine Grafik, das so viele Links zu Texten, Bildern und Videos enthält, wie man es sich wünscht und für ein Thema nötig hält. Ein kostenloses Tool, das auch von mobilen Endgeräten aus erstellt und aktualisiert werden kann. Wie bei all diesen Tools und Anwendungen kann jeder, der mag, seinem Spieltrieb Raum geben oder eben präzise überlegen, welche Anwendung wozu passt. ThingLink eignet sich hervorragend als optische Zusammenfassung eines Themas und ist – auch ohne größere Routine – schnell handhabbar.

YOUTUBE: Ein eigener YouTube-Account sollte schon sein, und wer sich einmal bei Google angemeldet hat, hat damit ohnehin schon Zugang zur Videoplattform. Inzwischen hat nahezu jeder Kollege/jede Kollegin ein Mobiltelefon in der Tasche, das Videos aufzeichnen kann. Wer meint, mit einem kurzen Clip vom Hausbrand nicht gegen die Tagesschau antreten zu können, sollte sich fragen, wie oft er mit eigenen Enthüllungen inhaltlich gegen den SPIEGEL gewinnt. Gelegentlich geht es nur um ein kurzes Statement, eine kurze Bildsequenz, und die lässt sich praktisch in der Jackentasche fix hochladen.

DATAWRAPPER: Ein unabdingbares Werkzeug, um nicht von Sekretariaten oder Grafikern abhängig zu sein. Datawrapper ist die kostenlose Gelegenheit, sich selbst sehenswerte und brauchbare Grafiken auf Grundlage vorliegenden Zahlenmaterials zu organisieren. Leichter und günstiger geht es derzeit nicht.

to be continued and updated…

„Top-Meldung ohne Plausibilitätstest“

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230 Jahre später schaffte es die Geschichte von der blonden kleinen Maria in einer griechischen Roma-Siedlung zur elektrisierenden Top-Meldung – ganz ohne Plausibilitätstest. (taz)

Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Frank Steinmeier gibt es hier eine weitere Geschichte, bei der die meisten Redaktionen – zumindest bislang – keine gute Figur gemacht haben.

Feuerwehr Lüdersfeld veröffentlicht eigene Smartphone-App

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Die Freiwillige Feuerwehr Lüdersfeld hat jetzt eine eigene App.

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Jepp. Lüdersfeld, Kreis Schaumburg. Nach aktueller Zählung 1070 Einwohner. Lüdersfeld, nicht Schaumburg.

Zunächst: Gratulation an die Feuerwehrleute von Lüdersfeld. Ohne Ironie. Nicht schlecht. Höheres Lob ist für einen Hannoveraner ja (fast) nicht vorstellbar.

„Es gibt jetzt die ‚Feuerwehr Lüdersfeld App‘ in den App Stores. Egal ob Android, iOS, Windows Phone oder Blackberry für alle, die aktuell bleiben wollen und die sich für unsere
Arbeit interessieren. Wir senden Euch Einsatzberichte oder Informationen sogar per Pushnachricht auf Euer Smartphone,  probiert es aus. Sucht im App Store nach Feuerwehr Lüdersfeld, oder folgt den unten aufgeführten Links. Viel Spaß, wir freuen uns über Euer Feedback.“

Sollte sich irgendein Kollege in welcher Redaktion auch immer angesichts der übersichtlichen Größe des Ortes gut unterhalten fühlen oder wegen des Umstandes, dass eine nicht unbedingt große Freiwillige Feuerwehr eine eigene App veröffentlicht – einfach mal darüber nachdenken, was das im Tagesgeschäft und auch grundsätzlich bedeutet.

Schönen Dank an Axel Wagner für den Hinweis.

 

 

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