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Christoph Oppermann / Medienblog

Monat: Oktober 2013 (Seite 2 von 3)

Lehrer und Schüler: Irrweg Facebook-Verbot

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http://kress.de/alle/detail/beitrag/123632-jetzt-auch-in-rheinland-pfalz-lehrer-erhalten-facebook-verbot.html

 

Jetzt also auch Rheinland-Pfalz. Lehrer erhalten Facebook-Verbot. Zumindest im Umgang mit Schülern.

Damit dürfen die Pädagogen weder die Hausaufgaben via Facebook verschicken oder besprechen noch den Schülern Infos zu anstehenden Terminen geben. (kress.de)

Im Ansatz nicht vollkommen verkehrt, aber der Schluss geht in die Irre. Selbstverständlich dürfen Noten, Hausaufgaben oder Termininfos nicht über Facebook kommuniziert werden. Dagegen sprechen nicht nur Datenschutzgründe, es wäre auch nicht in Ordnung, alle Schülern damit zwangsweise zu Facebook-Nutzern zu machen. Für die verbindliche Vermittlung von Informationen gibt es andere Wege. Zur allergrößten Not gibt es ja die Chance zur direkten Ansprache im Klassenzimmer.

Das Ganze dann aber in ein Kontaktverbot auf Facebook zu gießen, ist ein abenteuerlicher Gedanke. Wer will das kontrollieren? Und worauf müsste sich dann die Kontaktsperre zwischen Lehrern und Schülern in der digitalen Welt noch erstrecken? Darf ein Schüler dann dem Blog eines Lehrers nicht mehr folgen oder muss sich ein Lehrer das Abo versagen, obwohl ein ambitionierter Schüler Erarbeitetes auf Storify zusammenträgt? Und wie sieht’s mit Instragram und Tumblr aus und Pinterest und, und, und?

Richtig verwegen aber wird’s an dieser Stelle:

Diese sei schon deshalb nötig, weil der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen nicht mit dem Geschäftsmodell von Facebook vereinbar sei – dem Auswerten persönlicher Daten für kommerzielle Zwecke. (kress.de)

Selbstverständlich ist es nicht Aufgabe von Schulen und Lehrern, Mr Zuckerberg das Arbeiten zu erleichtern, aber gelegentliche Realitätsbezüge könnten Schülern nicht schaden – Pädagogen übrigens auch nicht. Kommerzielle Absichten gehören zur Lebenswirklichkeit, und statt ein Verbot auszusprechen und damit den realitätsfernen Schonraum Schule auszubauen, wäre die Einführung des Faches Medienkunde der Ansatz, eventuellen Problemen zu begegnen, die das Aufeinandertreffen von Lehrern und Schülern in sozialen Netzwerken hervorrufen kann.

Im Übrigen ist der angemessene Umgang von Lehrern mit Schülern bereits an vielen Stellen eindeutig definiert. Das auf andere, für den einen oder anderen neue Felder wie soziale Netzwerke zu übertragen, ist das, was Pädagogen selbst Transferleistung nennen.

 

Nachtrag: Mein „Freund“, der Lehrer / sn-online.de

 

Steinmeier-Dissertation: FAZ findet keine Plagiate

Für einiges Aufsehen hat Uwe Kamenz‘ Äußerung gesorgt, Frank Steinmeiers Dissertation weise zahlreiche Plagiate auf. Jetzt ist in der FAZ ein Text erschienen, der hoffentlich für Nachdenken in vergleichbarem Ausmaß sorgt. Kern des Beitrages: Aus einer stattlichen Zahl von Plagiaten wird bei präziser Betrachtung  eine leicht überschaubare Zahl lässlicher Schludrigkeiten.

Über den Betriebswirtschafts-Marketing-Professor Kamenz mag richten, wer will, und dessen offenbar untaugliche Software sollen kompetentere Köpfe in Augenschein nehmen. Hat er die Programmierung eigentlich im Selbstversuch getestet? Entsprechende Hinweise habe ich nirgends gefunden.

Das Echo auf den Plagiatsvorwurf aber stimmt nachdenklich. Statt wie die FAZ-Kollegen Dissertation und Plagiatsvorwurf sauber aufzuarbeiten, verbreiten die meisten Redaktionen vor allem zunächst einmal den Vorwurf, und der Einsatz unterschiedlicher Social-Media-Tools hilft bei Beschleunigung und Ventilation. Es hat sich kein Wissenschaftler von Ruf gefunden, der den Plagiatsvorwurf stützen würde. Wir können übrigens sicher davon ausgehen, dass die Mehrzahl von Promotionsarbeiten und Habilitationsschriften angreifbar ist, wenn wir bei den eingangs zitierten lässlichen Schludrigkeiten keinen Toleranzbereich definieren.

 

 

Medienblogs und Branchendienste in der Übersicht

Edinburgh’s Christmas: Santa Run und Christmas Lunch am und im Schloss.

Das Programm ist draußen: Edinburgh’s Christmas 2013 verspricht wieder, eine riesige Weihnachtsparty zu werden. Dazu gibt’s hier ein paar Links und Hinweise:

Kurz-Trip Edinburgh

Feuerwehr Lüdersfeld veröffentlicht eigene Smartphone-App

Bildschirmfoto 2013-10-06 um 16.53.01

 
Die Freiwillige Feuerwehr Lüdersfeld hat jetzt eine eigene App.

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Jepp. Lüdersfeld, Kreis Schaumburg. Nach aktueller Zählung 1070 Einwohner. Lüdersfeld, nicht Schaumburg.

Zunächst: Gratulation an die Feuerwehrleute von Lüdersfeld. Ohne Ironie. Nicht schlecht. Höheres Lob ist für einen Hannoveraner ja (fast) nicht vorstellbar.

„Es gibt jetzt die ‚Feuerwehr Lüdersfeld App‘ in den App Stores. Egal ob Android, iOS, Windows Phone oder Blackberry für alle, die aktuell bleiben wollen und die sich für unsere
Arbeit interessieren. Wir senden Euch Einsatzberichte oder Informationen sogar per Pushnachricht auf Euer Smartphone,  probiert es aus. Sucht im App Store nach Feuerwehr Lüdersfeld, oder folgt den unten aufgeführten Links. Viel Spaß, wir freuen uns über Euer Feedback.“

Sollte sich irgendein Kollege in welcher Redaktion auch immer angesichts der übersichtlichen Größe des Ortes gut unterhalten fühlen oder wegen des Umstandes, dass eine nicht unbedingt große Freiwillige Feuerwehr eine eigene App veröffentlicht – einfach mal darüber nachdenken, was das im Tagesgeschäft und auch grundsätzlich bedeutet.

Schönen Dank an Axel Wagner für den Hinweis.

 

 

Caricatura: Das allerschönste Museum der Welt auf dem allerschönsten Messestand der Welt bei der Buchmesse

Ein Meilenstein auf dem Weg zur Weltherrschaft der komischen Kunst, vielleicht der entscheidende Schritt: Das wirklich allerschönste Museum der Welt auf dem allerschönsten Messestand der Welt bei der Buchmesse in Frankfurt. Live und in Farbe. Lesungen, Signierstunden und – überraschend – Bücher am Stand des caricatura-museums.

Das Museum
Die Galerie
Die Buchmesse

#Madsack2018: vorhersehbare Reaktionen auf das neue Konzept

Dass das neue Madsack-Redaktionskonzept nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen würde, vor allem bei den mutmaßlich Betroffenen, war klar. Ebenso klar war leider, welche Reaktionen außerdem zu erwarten waren. Kreativität befördern solche recht simplen Reiz-Reflex-Schemata nicht.

Eine knappe Zusammenfassung auf Storify

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